ERP-Systemauswahl und -einführung mit Hilfe der Geschäftsprozessanalyse für Unternehmen der Gießereibranche
Problematik der ERP-Systemauswahl
Für die Suche nach einem neuen ERP-System (Enterprise Resource Planning) gibt es unterschiedliche Beweggründe. So kann beispielsweise eine bislang eingesetzte Standard-Software mit den gewachsenen Anforderungen des Unternehmens nicht mehr Schritt halten. Oder aber eine individuell programmierte Lösung kann nicht mehr mit vertretbarem Aufwand auf dem Stand der Technik gehalten werden; zudem mag der Abhängigkeitsgrad von den Programmierern als zu hoch angesehen werden.
Eine ERP-Auswahlsituation ist zunächst einmal dadurch gekennzeichnet, dass der Markt für ERP-Lösungen sehr breit ist: Im deutschsprachigen Raum sind weit über 200 Produkte verfügbar, die grundsätzlich für einen Einsatz zur Unterstützung der unternehmensspezifischen Geschäftsprozesse in Frage kommen. Um das richtige System für einen Gießereibetrieb zu finden, müssen daher die eigenen Anforderungen klar und in einem zweckmäßigen Detaillierungsgrad definiert und den Leistungsprofilen der Systeme und Anbieter gegenübergestellt werden.
Anbieterspektrum
Die Systeme und deren Anbieter haben bezüglich einer ganzen Reihe von wichtigen Merkmalen, von der Beratungskompetenz des Anbieters über die Funktionalität der Lösung bis hin zur Qualität der Hotline, ihre Stärken und Schwächen.
Planvolle Systemauswahl in Kombination mit der Geschäftsprozessanalyse
Für die Software-Auswahl und -Einführung hat sich eine systematische Vorgehensweise bewährt, in der mehrere voneinander abgegrenzte, aber zugleich aufeinander aufbauende Phasen zu durchlaufen sind. Zentrale Bedeutung für den Gesamtprojekterfolg hat die Entwicklung des unternehmensspezifischen Sollkonzepts. Hier geht es schwerpunktmäßig darum, die geforderte Funktionalität der Lösung in einem zweckmäßigen Detaillierungsgrad vertragstauglich zu definieren. Die Geschäftsprozessanalyse zielt auf die Festlegung der Ablauforganisation für die zentralen Unternehmensprozesse. Ganz bewusst ist diese Teilphase vor der Systemauswahl i.e.S. angesiedelt, damit die Sollprozesse zunächst unabhängig von konkreten ERP-Produkten definiert werden. Später in der Einführungsphase ist die Prozessorientierung und -eignung der ausgewählten Software in Zusammenarbeit mit dem Anbieter sicherzustellen.
Erfolgreiche Gesamtlösung
Zurückkommend auf die hier vorliegende Gesamtaufgabe, nämlich die erfolgreiche ERP-Systemauswahl, ist festzuhalten, dass durch die Definition der Soll-Geschäftsprozesse eine wertvolle Basis gelegt werden kann. Wenn System und Anbieter ausgewählt sind, ist es von entscheidender Bedeutung, die Prozesse dem Software-Anbieter zu vermitteln und mit ihm gemeinsam durchzuarbeiten. Erfahrungsgemäß reicht eine reine Übergabe der Prozessdarstellungen an den Anbieter selbst bei vertraglicher Verankerung in der Regel nicht aus, um eine angemessene Berücksichtigung der modellierten Abläufe zu gewährleisten. Beherzigt man die geschilderte Vorgehensweise, so ist die Voraussetzung für eine optimale Abstimmung von erarbeiteten Prozessen und ausgewählter Software geschaffen.
Foto: Bev Lloyd-Roberts


